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Vereinswebsite erstellen: was ein Sportverein online wirklich braucht

Was eine Vereinswebsite für einen Sportverein braucht: Mannschaften, Spielpläne, Kontakt, Impressum für Vereine und Datenschutz bei Mitgliederfotos.

23. Oktober 20266 Min.
Vereinswebsite erstellen: was ein Sportverein online wirklich braucht
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Kurz gesagt: Eine Vereinswebsite muss vor allem zwei Gruppen dienen: Leuten, die mitmachen wollen, und Mitgliedern, die etwas nachschauen. Dafür braucht sie Mannschaften mit Trainingszeiten, Ansprechpartner, Spielpläne, Termine und ein korrektes Impressum. Bei Fotos von Mitgliedern brauchst du in der Regel eine Einwilligung. Der Rest hängt davon ab, wer die Seite pflegt.

Ich bin Kassenwart der ersten Mannschaft von SSV Berghausen 1968 e.V. und habe dafür eine eigene Kassenbuch-Webapp gebaut. Ich kenne Vereinsarbeit also von innen: ehrenamtlich, abends, mit wenig Zeit. Genau das prägt, wie eine Vereinswebsite gebaut sein muss. Sie muss mit wenig Pflege funktionieren.

Was gehört auf eine Vereinswebsite?

Überleg zuerst, wer kommt. Meistens sind es zwei Gruppen:

  • Neue Leute. Eltern, die einen Verein für ihr Kind suchen. Jemand, der neu in der Stadt ist und wieder Fußball spielen will. Sie fragen: Gibt es eine Mannschaft für mich, wann ist Training, wen spreche ich an?
  • Mitglieder. Sie wollen wissen, wann das nächste Spiel ist, wo, und ob sich etwas geändert hat.

Daraus ergibt sich die Grundausstattung:

  • Mannschaften mit Altersklasse, Trainingszeiten, Trainingsort und Ansprechpartner.
  • Kontakt mit einer Adresse, die tatsächlich gelesen wird.
  • Spielpläne und Termine. Dazu gleich mehr.
  • Anfahrt zum Platz oder zur Halle.
  • Mitglied werden: Beiträge, Antrag, nächster Schritt.
  • Impressum und Datenschutzerklärung.

Ein News-Bereich ist schön, wenn jemand ihn pflegt. Ein News-Bereich, dessen letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, wirkt schlechter als gar keiner.

Wie bekomme ich Spielpläne auf die Vereinsseite?

Die wichtigste Regel: nicht abtippen. Ein Spielplan, der von Hand gepflegt wird, ist nach der ersten Verlegung falsch. Bei vielen Sportarten führt der Verband die Spielpläne ohnehin online, im Fußball etwa auf fussball.de. Die Vereinsseite sollte dorthin verlinken oder die offiziellen Daten einbinden, statt eine zweite Version zu pflegen.

Was beim Einbinden wichtig ist: Ein eingebettetes Element lädt Inhalte vom Server eines Dritten. Das sollte in der Datenschutzerklärung stehen. Und es sollte die Seite nicht langsam machen. Beides kläre ich, bevor ich etwas einbinde.

Eigene Termine, also Vereinsfest, Jahreshauptversammlung, Arbeitseinsatz am Platz, gehören in einen einfachen Kalender, den der Vorstand ohne mich pflegen kann. Oder, wenn das selten vorkommt, in eine Liste, die ich auf Zuruf aktualisiere. Kleinere Anpassungen sind in der monatlichen Betreuung enthalten.

Braucht ein Verein ein Impressum?

Ja. Die Impressumspflicht steht in § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Die ARAG nennt das Impressum für eine Vereinswebsite ausdrücklich Pflicht, weil die Seite nicht privat ist, sondern für den Verein wirbt. Laut ARAG gehören hinein:

  • der vollständige Name des Vereins und die Rechtsform, wie im Vereinsregister eingetragen,
  • die Postanschrift, ein Postfach reicht nicht,
  • eine E-Mail-Adresse und mindestens ein weiterer direkter Kontaktweg,
  • die vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieder nach § 26 BGB mit vollem Namen,
  • Registergericht und Registernummer,
  • eine Umsatzsteuer-ID, falls vorhanden,
  • die inhaltlich verantwortliche Person nach dem Medienstaatsvertrag.

Ich bin kein Anwalt und schreibe dir das Impressum nicht. Ich sorge dafür, dass es von jeder Seite aus erreichbar ist. Den Text prüft dein Vorstand oder eine Rechtsberatung, zum Beispiel über euren Verband.

Darf ein Verein Fotos von Mitgliedern veröffentlichen?

Das ist die Frage, die in Vereinen am meisten Unsicherheit erzeugt. Ich halte mich an eine Behördenquelle. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Baden-Württemberg schreibt in seinem Praxisratgeber "Datenschutz im Verein nach der DS-GVO" (2. Auflage, Stand Juni 2020):

  • Ein Verein braucht nicht für jede Verarbeitung eine Einwilligung. Was für die Mitgliedschaft erforderlich ist oder auf einem berechtigten Interesse beruht, ist auch ohne erlaubt.
  • Die Veröffentlichung von Fotos auf der Vereinswebseite nennt der Ratgeber ausdrücklich als Fall, in dem eine Einwilligung in Betracht kommt.
  • Die Einwilligung kann schriftlich, elektronisch oder mündlich erfolgen. Der Verein muss sie aber nachweisen können. Der Ratgeber rät deshalb zur schriftlichen Form mit Unterschrift.
  • Für jede Verarbeitung soll es eine gesonderte Einwilligung geben, nicht versteckt in den Datenschutzhinweisen.
  • Im Muster des Ratgebers unterschreibt bei Minderjährigen ein Erziehungsberechtigter. Widerrufen werden kann die Einwilligung jederzeit.

Der Ratgeber stammt aus Baden-Württemberg. Sitzt dein Verein in einem anderen Bundesland, ist die Datenschutzaufsicht dort zuständig. Die Grundregeln kommen aus derselben DSGVO, aber prüf im Zweifel die Hinweise deiner eigenen Behörde.

Technisch heißt das für die Website: Fotos sollten sich schnell wieder entfernen lassen. Wenn jemand seine Einwilligung widerruft, darf das nicht an einem Entwickler hängen, der gerade im Urlaub ist.

Darf ich Namen und Ergebnisse von Spielern online stellen?

Das Muster-Formular des Ratgebers listet ausdrücklich Vorname, Zuname, Fotografien und sonstige Daten wie Leistungsergebnisse und Mannschaftszugehörigkeit als Daten, in deren Veröffentlichung im Internet ein Mitglied einwilligt. Wer auf Nummer sicher gehen will, holt sich diese Einwilligung beim Eintritt mit ein. Bei Funktionsträgern kommen laut Muster Anschrift, Telefon und E-Mail dazu.

Bei meiner eigenen Kassenbuch-App habe ich Spielernamen und Zahlungsdaten auf allen veröffentlichten Bildern unkenntlich gemacht. Das ist die Haltung, die ich auch für Vereinswebsites empfehle: lieber weniger veröffentlichen als nachher löschen müssen.

Wer soll die Vereinswebsite pflegen?

Das ist die Frage, an der die meisten Vereinsseiten scheitern. Nicht an der Technik. Eine Seite wird mit viel Schwung gebaut, dann wechselt der Vorstand, und niemand hat mehr die Zugangsdaten. Zwei Jahre später stehen dort die Trainingszeiten von damals.

Deshalb kläre ich vor dem Bau drei Dinge:

  • Was ändert sich oft? Termine, News, Ergebnisse. Nur dafür lohnt sich ein Bereich, den ihr selbst pflegt.
  • Was ändert sich selten? Mannschaften, Beiträge, Vorstand. Das darf fest in der Seite stehen und wird auf Zuruf angepasst.
  • Wer hat die Zugänge? Domain, Hosting, Pflegebereich. Die gehören dem Verein, nicht einer Privatperson. Bei mir läuft die Domain auf Wunsch auf den Verein, die Website gehört ihm ab der Abnahme.

Je weniger ihr selbst pflegen müsst, desto länger bleibt die Seite aktuell. Das klingt paradox, ist aber meine Erfahrung aus dem eigenen Ehrenamt: Was abends zusätzlich erledigt werden muss, wird irgendwann nicht mehr erledigt.

Die Checkliste für deine Vereinswebsite

Punkt Warum Wer pflegt
Mannschaften mit TrainingszeitenWichtigste Frage neuer MitgliederAbteilungsleiter, selten
AnsprechpartnerSonst schreibt niemandVorstand, nach Wahlen
SpielpläneMitglieder schauen jede WocheVerband, verlinkt oder eingebunden
TermineFeste, VersammlungenVorstand oder ich auf Zuruf
Mitglied werdenDer eigentliche Zweck der SeiteKassenwart, bei Beitragsänderung
Impressum§ 5 DDGVorstand, nach jeder Wahl prüfen
DatenschutzerklärungDSGVOVorstand, bei neuen Diensten
FotosNur mit EinwilligungMit Nachweis, schnell entfernbar

Was kostet eine Vereinswebsite?

Bei mir gelten für Vereine dieselben Pakete wie für Betriebe. Ein kleiner Verein mit einer Startseite, Mannschaften und Kontakt passt ins Starter-Paket: bis zu 3 Seiten für 690 Euro. Mit eigenen Seiten pro Abteilung, Terminen und Mitgliedschaft liegt er eher beim Business-Paket: bis zu 5 Seiten für 1.490 Euro. Größere Vereine mit vielen Abteilungen und einem Blog landen beim Premium-Paket ab 6 Seiten für 2.900 Euro. Dazu kommen 29 Euro im Monat für Hosting, Sicherheits-Updates, Backups und kleinere Anpassungen. Als Kleinunternehmer weise ich keine Umsatzsteuer aus, das sind Endpreise.

Ein interner Mitgliederbereich mit Login, eine Kasse oder eine Platzbelegung ist keine Website mehr, sondern eine Web-App. Dafür gibt es keinen Paketpreis. Warum, erkläre ich in Was kostet eine Web-App?.

Häufige Fragen

Kann der Vorstand die Seite selbst pflegen?

Ja, wenn wir das vorher einplanen. Ein Bereich für Termine oder News lässt sich so bauen, dass ihn jemand ohne Technikwissen pflegt. Wenn sich selten etwas ändert, reicht oft eine Nachricht an mich.

Was passiert nach einer Vorstandswahl?

Impressum und Ansprechpartner müssen angepasst werden. Das ist eine kleinere Anpassung und in der Betreuung enthalten.

Wir haben schon eine alte Seite. Lohnt sich ein Neubau?

Das hängt vom Zustand ab. Schick mir die Adresse, ich sage dir ehrlich, ob Reparieren oder Neubauen sinnvoller ist.

Wie fangen wir an?

Die Pakete stehen unter Webentwicklung, einen Richtwert gibt der Preisrechner. Oder schreib mir, ich antworte werktags binnen 24 Stunden.

02Autor · Wer das geschrieben hat

Edilson Comole, Webentwickler aus Monheim am Rhein. Ich baue Websites für Läden, Gastronomie und Dienstleister - mit Next.js und React, ohne Baukasten.

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026Verfügbar · Q4/26

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