Was kostet eine Web-App? Die Kostentreiber ehrlich erklärt
Warum es für Web-Apps keinen Paketpreis gibt, was den Aufwand wirklich treibt und wie du ihn klein hältst. Mit meiner Kassenbuch-App als Beispiel.

Inhalt
- Was ist der Unterschied zwischen Website und Web-App?
- Warum gibt es für Web-Apps keinen Festpreis?
- Was treibt die Kosten einer Web-App?
- Was kostet eine Store-App im Vergleich zur PWA?
- Wie sieht eine kleine Web-App in der Praxis aus?
- Wie halte ich die Kosten einer Web-App klein?
- Welche Fragen sollte ich vor dem Gespräch beantworten?
- Welche laufenden Kosten hat eine Web-App?
- Wobei helfe ich nicht?
- Häufige Fragen
- Kannst du mir nicht wenigstens eine grobe Spanne nennen?
- Ist mein Vorhaben vielleicht nur eine Website?
- Ich bin ein Verein. Passt das?
- Wie fange ich an?
Kurz gesagt: Eine Web-App hat keinen seriösen Pauschalpreis, weil ihr Umfang sich nicht in Seiten zählen lässt. Den Preis treiben Rollen, Daten, Abläufe, Schnittstellen und der laufende Betrieb. Bei mir gibt es deshalb keine Paketkarte für Apps: erst das Gespräch, dann der Zuschnitt, dann ein schriftlicher Preis vor dem Start. Wer mit dem kleinsten nützlichen Ausschnitt anfängt, hält die Kosten klein.
Bei Websites nenne ich Preise offen: 690, 1.490 oder 2.900 Euro, plus 29 Euro im Monat. Bei Web-Apps nenne ich keine Zahl. Das ist keine Verkaufstaktik. Es liegt daran, dass eine Zahl ohne Bezugsgröße geraten wäre. In diesem Artikel erkläre ich, warum das so ist und wovon der Preis tatsächlich abhängt.
Was ist der Unterschied zwischen Website und Web-App?
Eine Website informiert. Eine Web-App arbeitet. Auf einer Website liest du Öffnungszeiten. In einer Web-App meldest du dich an, erfasst etwas, schlägst nach, wertest aus. Beides läuft im Browser. Der Unterschied liegt darin, was dahinter passiert.
Eine PWA, also eine Progressive Web App, geht einen Schritt weiter. Sie lässt sich auf dem Startbildschirm ablegen und öffnet ohne Browserleiste. Laut web.dev erreicht eine PWA Nutzer auf jedem Gerät mit einer einzigen Codebasis, und die Installation holt sie aus dem Browser in ein eigenes Fenster. Für die meisten Fälle, in denen Leute nach einer App fragen, reicht genau das.
Warum gibt es für Web-Apps keinen Festpreis?
Bei einer Website ist die Seitenzahl eine brauchbare Bezugsgröße. Fünf Seiten sind ungefähr so viel Arbeit wie fünf Seiten. Bei einer App stimmt das nicht. Ein einziger Bildschirm kann eine Stunde Arbeit sein oder drei Wochen. Es kommt darauf an, was hinter dem Knopf passiert.
Auf meiner Seite zu Web-Apps steht dazu ein Satz, den ich hier wiederhole: Für Apps gibt es keine Paketpreise. Der Umfang lässt sich nicht in Seitenzahlen fassen, und ein Ab-Betrag ohne Bezugsgröße wäre geraten. Stattdessen gibt es ein Gespräch, danach den Zuschnitt und dann einen schriftlichen Preis vor dem Start. Aufbau und laufender Betrieb stehen darin getrennt.
Was treibt die Kosten einer Web-App?
Diese Punkte bewegen den Aufwand am stärksten. Je mehr davon auf dein Vorhaben zutrifft, desto größer wird es.
| Kostentreiber | Kleiner Aufwand | Großer Aufwand |
|---|---|---|
| Nutzer und Rollen | Eine Person pflegt alles | Mehrere Rollen mit unterschiedlichen Rechten |
| Daten | Eine überschaubare Liste | Viele verknüpfte Datenarten, Historie, Auswertungen |
| Abläufe | Erfassen und anzeigen | Freigaben, Statuswechsel, Fristen, Benachrichtigungen |
| Schnittstellen | Keine | Zahlung, Kalender, Buchhaltung, fremde Systeme |
| Geräte | Ein Bildschirm, ein Gerätetyp | Handy und Desktop mit unterschiedlichen Ansichten |
| Datenschutz | Kaum personenbezogene Daten | Sensible Daten, Löschfristen, Auskunftsrechte |
| Betrieb | Wenige Nutzer, seltene Änderungen | Viele Nutzer, Abläufe ändern sich laufend |
Die Liste zeigt auch, wo die Kosten nicht herkommen: von der Optik. Ein schöner Bildschirm ist schnell gebaut. Teuer ist das, was der Bildschirm im Hintergrund richtig machen muss.
Was kostet eine Store-App im Vergleich zur PWA?
Wer eine App im App Store oder bei Google Play will, hat zusätzliche Kosten, bevor eine Zeile Code geschrieben ist. Das Apple Developer Program kostet 99 US-Dollar pro Jahr. Für ein Google-Play-Entwicklerkonto fällt eine einmalige Registrierungsgebühr von 25 US-Dollar an. Dazu kommen Store-Prüfungen und oft zwei Fassungen für zwei Plattformen.
Eine PWA braucht das alles nicht. Kein Entwicklerkonto, keine Store-Prüfung, kein zweiter Code. Native Store-Apps sind bei mir übrigens in Vorbereitung. Ich habe noch keine ausgeliefert und sage das lieber hier als im Angebot. Brauchst du wirklich den Store, sage ich dir das vor der Anzahlung.
Wie sieht eine kleine Web-App in der Praxis aus?
Mein bestes Beispiel ist mein eigenes Werkzeug. Ich bin Kassenwart der ersten Mannschaft von SSV Berghausen 1968 e.V. Beiträge, Strafen und offene Beträge von über zwanzig Spielern lagen in Excel-Listen, auf Zetteln und in Chatnachrichten. Wer wissen wollte, was er schuldet, musste fragen.
Daraus ist eine Kassenbuch-Webapp mit Next.js geworden. Oben steht der Kassenstand, daneben, was offen ist und was kassiert wurde. Strafen erfasse ich in zwei Klicks, der Strafenkatalog ist hinterlegt. Monatsbeiträge, Kasten und Einstand haben ihren eigenen Platz, jede Buchung landet im Kassenbuch, jedes Spielerkonto lässt sich einzeln einsehen. Am Spieltag nutze ich sie auf dem Handy, abends am Schreibtisch.
Warum das Beispiel für die Kostenfrage taugt: Die App ist klein, weil sie genau ein Problem löst. Eine Rolle, die bucht. Ein klar umrissener Datenbestand. Keine Schnittstelle zu einer Bank. Genau deshalb war sie überschaubar. Die ganze Geschichte steht in Warum ich als Kassenwart eine eigene Webapp gebaut habe.
Damit es keine Missverständnisse gibt: Das ist mein eigenes Werkzeug, kein Kundenauftrag. Es zeigt, dass ich so etwas baue und selbst täglich benutze. Eine Reihe ausgelieferter Kunden-Apps zeigt es nicht. Die gibt es im App-Bereich noch nicht.
Wie halte ich die Kosten einer Web-App klein?
Mit dem kleinsten nützlichen Ausschnitt. So läuft ein App-Projekt bei mir in vier Schritten:
- Problem. Ein Gespräch über das, was heute von Hand läuft. Am Ende steht schriftlich, welches Problem die App lösen soll und welches ausdrücklich nicht.
- Ausschnitt. Aus der Wunschliste wird der Teil geschnitten, der allein schon Arbeit spart. Eine App, die alles können soll, wird teuer, spät und am Ende von niemandem benutzt.
- Pilot. Der Ausschnitt läuft mit deinen echten Daten. Was sich als falsch herausstellt, ändere ich, solange es billig ist.
- Betrieb. Danach läuft sie weiter: Sicherheits-Updates, Sicherungen, Änderungen, wenn sich dein Ablauf ändert.
Der zweite Schritt spart am meisten Geld. Jede Funktion, die du nicht baust, musst du auch nicht testen, erklären und warten.
Welche Fragen sollte ich vor dem Gespräch beantworten?
Du musst kein Lastenheft schreiben. Aber wenn du diese Fragen grob beantworten kannst, wird das erste Gespräch kurz und der Zuschnitt genau:
- Was läuft heute von Hand? Excel, Zettel, Chatgruppe, Telefon. Beschreib den Ablauf, nicht die Software.
- Wer macht was? Wie viele Leute arbeiten damit, und dürfen alle dasselbe sehen?
- Wie oft? Täglich, wöchentlich, einmal im Monat. Davon hängt ab, wie viel Komfort sich lohnt.
- Wo geht es heute schief? Doppelte Einträge, vergessene Zahlungen, Rückfragen. Das ist meistens der Ausschnitt, mit dem wir anfangen.
- Auf welchem Gerät? Am Schreibtisch, unterwegs auf dem Handy oder beides.
- Was darf es nicht werden? Diese Frage spart oft mehr Geld als jede andere.
Bei meiner Kassenbuch-App waren die Antworten kurz: Ich buche, über zwanzig Spieler wollen wissen, was sie schulden, am Spieltag auf dem Handy. Genau deshalb blieb sie klein.
Welche laufenden Kosten hat eine Web-App?
Eine App ist nie fertig. Abhängigkeiten veralten, Browser ändern sich, Sicherheitslücken werden bekannt. Deshalb steht der Betrieb bei mir im Angebot neben dem Aufbau, als eigener Betrag. Wer den Betrieb nicht einplanen will, bekommt von mir kein Angebot, sondern den Rat, bei der Tabelle zu bleiben. Eine App ohne Pflege ist kein Schnäppchen.
Wobei helfe ich nicht?
- Keine Store-App, heute nicht. Ich baue die PWA.
- Keine zertifizierten Kassensysteme. Eine Kasse, die Bons druckt und dem Finanzamt standhält, braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung. Die bringe ich nicht mit. Meine Kassenbuch-App ist eine Mannschaftskasse, keine Registrierkasse.
- Keine App ohne Pflege. Siehe oben.
Häufige Fragen
Kannst du mir nicht wenigstens eine grobe Spanne nennen?
Nicht, ohne dein Problem zu kennen. Eine Spanne ohne Zuschnitt wäre geraten. Das Gespräch vorher kostet dich nichts, danach steht der Preis schriftlich fest.
Ist mein Vorhaben vielleicht nur eine Website?
Gut möglich. Wenn es vor allem um Informationen, Kontakt und vielleicht eine Terminbuchung geht, reicht eine Website mit festem Preis. Die Pakete stehen unter Webentwicklung und im Preisrechner.
Ich bin ein Verein. Passt das?
Oft beginnt es mit der Website. Was die braucht, steht in Vereinswebsite erstellen. Wenn danach ein Ablauf übrig bleibt, der heute in Excel steckt, reden wir über die App.
Wie fange ich an?
Beschreib mir, was heute von Hand läuft. Nicht, was die App können soll. Schreib mir, ich antworte werktags binnen 24 Stunden.
Edilson Comole, Webentwickler aus Monheim am Rhein. Ich baue Websites für Läden, Gastronomie und Dienstleister - mit Next.js und React, ohne Baukasten.
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