Baukasten oder Webentwickler? Wix und Jimdo im Vergleich mit Messwerten
Wann reicht Wix oder Jimdo, wann wird der Baukasten teuer? Messwerte, Kosten über fünf Jahre und Anbieterbindung im Vergleich zu einer handgebauten Seite.

Inhalt
- Die kurze Antwort
- Was ich gemessen habe
- Was die Zahlen zeigen
- Die echten Nachteile eines Baukastens
- 1. Du mietest die Seite
- 2. Du kontrollierst nicht, was geladen wird
- 3. Funktionen kosten Tarifstufen
- 4. Der Umzug ist ein Neubau
- Die Kosten über fünf Jahre
- Wann der Baukasten reicht
- Wann ein Webentwickler die bessere Wahl ist
- Fazit
Ein Baukasten ist nicht automatisch langsam. Und eine programmierte Seite ist nicht automatisch schnell. Das hat meine eigene Messung gezeigt, und es war nicht ganz das Ergebnis, das ich erwartet hatte. Der echte Unterschied liegt woanders: bei der Kontrolle, beim Besitz und bei den Kosten über die Jahre.
Ich baue Websites von Hand, mit Next.js. Ich habe also ein Interesse daran, dass du keinen Baukasten nimmst. Deshalb stehen hier Messwerte, Listenpreise und Quellen. Prüf sie nach.
Die kurze Antwort
Für eine reine Visitenkarte reicht ein Baukasten wie Wix oder Jimdo. Er ist schnell eingerichtet und über fünf Jahre oft billiger. Sobald die Seite Kunden bringen soll, wird er zum Problem: Du kannst nicht alles abschalten, was die Plattform lädt. Du kannst die Seite nicht mitnehmen. Und mit jeder Funktion steigt der Tarif.
Was ich gemessen habe
Am 23. Oktober 2026 habe ich fünf Startseiten mit Lighthouse 13.5.0 gemessen. Drei sind Baukastenseiten von Betrieben aus Monheim am Rhein und Langenfeld. Welches System dahintersteckt, habe ich im Quelltext geprüft: am Generator-Eintrag und an den Servern, von denen die Seite ihre Dateien lädt. Zwei sind Kundenseiten, die ich gebaut habe.
Jede Seite lief dreimal mobil und dreimal am Desktop. In der Tabelle steht jeweils der mittlere Wert. Mobil heißt: gedrosselte Verbindung und gedrosselte CPU, so wie ein Handy unterwegs. Die Baukastenseiten nenne ich nicht beim Namen. Es geht um das System, nicht darum, einen Betrieb aus der Nachbarschaft vorzuführen.
| Seite | System | Mobil Score | Mobil LCP | Desktop Score | Desktop LCP | Datenmenge |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Restaurant-Website, Monheim am Rhein | Wix | 84 | 3,8 s | 98 | 1,1 s | 1,9 MB |
| Imbiss-Website, Monheim am Rhein | Jimdo | 49 | 34,5 s | 81 | 1,6 s | 4,7 MB |
| Website eines Wellnessstudios, Langenfeld | Jimdo | 61 | 12,4 s | 74 | 4,4 s | 3,1 MB |
| nashe-cafe.de | Next.js, von mir gebaut | 70 | 7,2 s | 96 | 1,4 s | 0,9 MB |
| teambdoener.de | Next.js, von mir gebaut | 80 | 4,7 s | 91 | 0,9 s | 8,6 MB |
LCP (Largest Contentful Paint) ist die Zeit, bis das größte sichtbare Element geladen ist. Google wertet bis 2,5 Sekunden als gut (web.dev). Score von 0 bis 100. Laborwerte vom eigenen Rechner, keine Daten echter Besucher. Bei anderen Werkzeugen und an anderen Tagen kommen andere Zahlen heraus. Die PageSpeed-Werte in meinen Fallstudien stammen deshalb von einem anderen Tag und weichen ab.
Was die Zahlen zeigen
Die Wix-Seite des Restaurants war mobil und am Desktop die schnellste im Feld. Sie lag vor beiden Seiten, die ich gebaut habe. Mobil schwankte sie zwischen den Läufen deutlich. Ihr schwächster Lauf lag aber immer noch vor dem Mittelwert von Nashe Café. Das gehört hier hin, auch wenn es nicht in meine Erzählung passt.
Die beiden Jimdo-Seiten waren deutlich langsamer. Beim Imbiss dauerte es mobil über eine halbe Minute, bis das größte Element stand. Das war ausgerechnet der Text des Cookie-Banners. Er erscheint erst, wenn die Skripte davor durch sind. Das ist kein Bilderproblem, sondern eines der Ladereihenfolge. Bei der Wellness-Seite schätzt Lighthouse, dass sich bei den Bildern rund 1,7 MB sparen ließen. Das kann ein Betreiber selbst beheben, indem er Bilder vor dem Hochladen verkleinert.
Bei meinen eigenen Seiten habe ich auch nicht alles richtig gemacht. Die Startseite von Team B Döner ist mit Abstand die schwerste im Feld. Das liegt an kurzen Küchenvideos, die ich eingebaut habe. Nashe Café schwankte zwischen den Läufen stark.
Was folgt daraus? Tempo hängt vor allem davon ab, was auf der Seite liegt. Der Unterschied ist, wer es ändern kann. Die Videos bei Team B kann ich morgen ersetzen oder später laden lassen. Ich habe Zugriff auf jede Zeile. Bei der Wix-Seite lädt die Plattform eigene Skripte mit, etwa für ein Chat-Widget und Wix-Apps. Wie viel davon ein Betreiber abschalten kann, entscheidet der Anbieter. Wenn deine Seite schon langsam ist, findest du in Website schneller machen die häufigsten Ursachen.
Die echten Nachteile eines Baukastens
1. Du mietest die Seite
Bei Wix steht es in der Hilfe ganz offen: Wix ist eine SaaS-Lösung, deine Seite muss auf den Servern von Wix laufen (Wix-Hilfecenter). Einen Export, den du bei einem anderen Anbieter hochladen kannst, gibt es nicht. Hörst du auf zu zahlen, ist der Auftritt weg. Die Domain kannst du mitnehmen, die Seite nicht.
2. Du kontrollierst nicht, was geladen wird
Die Plattform bringt ihren eigenen Unterbau mit. Der muss für sehr viele Seiten gleichzeitig funktionieren, nicht nur für deine. Du kannst Bilder tauschen und Abschnitte löschen. An die Skripte darunter kommst du nicht heran.
3. Funktionen kosten Tarifstufen
Eine Visitenkarte passt in den kleinsten Tarif. Reservierung, Terminbuchung, Online-Shop oder mehr Speicher führen in die nächste Stufe. Die Monatsgebühr steigt dann für immer, nicht einmalig.
4. Der Umzug ist ein Neubau
Weil sich die Seite nicht exportieren lässt, heißt wechseln: neu bauen. Texte und Bilder kannst du retten, Aufbau und Gestaltung nicht. Wie so ein Wechsel abläuft, beschreibe ich in Von Wix oder Jimdo wechseln.
Die Kosten über fünf Jahre
Die Listenpreise der Baukästen habe ich am 23. Oktober 2026 auf den verlinkten Preisseiten abgelesen: Monatspreis im Jahresabo, inklusive Mehrwertsteuer. Ob die Preise in fünf Jahren noch so stehen, weiß niemand. Gerechnet ist mit dem heutigen Stand. Meine Preise sind dieselben wie im Preisrechner. Domainkosten lasse ich überall weg, die fallen bei jedem Weg an.
| Weg | Einmalig | Pro Monat | Nach 5 Jahren | Seite gehört dir |
|---|---|---|---|---|
| Wix Light | 0 Euro | 16,66 Euro | 999,60 Euro | Nein |
| Wix Core | 0 Euro | 29,75 Euro | 1.785 Euro | Nein |
| Jimdo Start | 0 Euro | 12 Euro | 720 Euro | Nein |
| Jimdo Grow | 0 Euro | 20 Euro | 1.200 Euro | Nein |
| Comole Digital: Starter | 690 Euro | 29 Euro | 2.430 Euro | Ja |
| Comole Digital: Business | 1.490 Euro | 29 Euro | 3.230 Euro | Ja |
In reinen Zahlen ist jeder dieser Baukasten-Tarife über fünf Jahre billiger als meine Pakete. Das stimmt, und ich rechne es nicht schön. Der Unterschied liegt nicht im Betrag, sondern darin, was du am Ende hast. Beim Baukasten nach fünf Jahren: eine Seite, die du weiter mieten musst. Bei mir: eine Seite samt Code, die dir gehört. Die Betreuung kannst du kündigen, die Website bleibt. Die ganze Herleitung mit Freelancer- und Agenturpreisen steht in Was kostet eine Website.
Wann der Baukasten reicht
Ich rate selbst zum Baukasten, wenn einer dieser Fälle zutrifft:
- Du testest eine Idee. Du weißt noch nicht, ob es dein Angebot in einem halben Jahr noch gibt. Dann gib kein Geld für Code aus.
- Die Seite ist eine Visitenkarte. Adresse, Öffnungszeiten, Telefon. Sie ändert sich selten und muss nichts verkaufen.
- Deine Kunden kommen über Empfehlung. Wer ohnehin ausgebucht ist, braucht keine Seite, die um Anfragen kämpft.
- Du willst alles selbst machen. Texte, Bilder, Änderungen, und du hast Spaß daran. Ein Baukasten ist dafür gebaut.
- Das Budget ist wirklich knapp. Eine Baukastenseite ist besser als keine Seite.
Wenn du beim Baukasten bleibst: Verkleinere deine Bilder vor dem Hochladen. Bei einer der beiden Jimdo-Seiten steckte genau dort das größte Sparpotenzial.
Wann ein Webentwickler die bessere Wahl ist
- Die Seite soll Anfragen bringen. Dann zählen Tempo und Auffindbarkeit, und du willst beides selbst in der Hand haben.
- Du brauchst eine eigene Funktion. Etwa eine Reservierung mit Admin-Bereich, wie bei Nashe Café, ohne zusätzliches Abo.
- Du planst länger als zwei, drei Jahre. Dann wiegt der Besitz schwerer als der günstige Einstieg.
- Du willst nicht an einen Anbieter gebunden sein. Preise, Funktionen und Bedingungen bestimmt sonst jemand anderes.
Ob sich das für deinen Betrieb rechnet, kannst du mit dem Rechenweg in Lohnt sich eine professionelle Website? selbst prüfen.
Fazit
Ein Baukasten ist kein Fehler. Er ist eine Miete. Für eine Visitenkarte ist das in Ordnung. Für eine Seite, die dein Geschäft tragen soll, gibst du damit Kontrolle und Besitz ab. Das schnellere Ergebnis in meiner Messung hatte trotzdem ein Baukasten. Tempo ist also kein Argument für sich allein. Kontrolle schon.
Was eine individuell gebaute Seite bei mir umfasst, steht auf Website erstellen lassen. Einen Richtwert bekommst du im Preisrechner. Oder mach den 2-Minuten-Erstcheck. Ich melde mich werktags binnen 24 Stunden, auch wenn meine Einschätzung lautet: Bleib beim Baukasten.
Edilson Comole, Webentwickler aus Monheim am Rhein. Ich baue Websites für Läden, Gastronomie und Dienstleister - mit Next.js und React, ohne Baukasten.
Noch mehr aus dem Journal.
Vom Lesen zum Rechnen
Dein Fall, durchgerechnet.
Zwei Minuten Erstcheck: du beschreibst dein Vorhaben, ich melde mich werktags binnen 24 Stunden mit einer ehrlichen Einschätzung - ab 690 € einmalig plus 29 € im Monat für Betrieb und Betreuung. Auch dann, wenn die Antwort Nein lautet.
Lieber klassisch? Projekt anfragen


